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Gottesdienst Exaudi

Pfarrer Michael Gallach
Musikalische Gestaltung: Stefanie Hollinger

Musik zum Eingang

Stefanie Hollinger (*1967): Rondelino “Auf Selle!”

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liebe Gemeinde,

ein Brunnen plätschert. Davon geht immer etwas Beruhigendes und Belebendes zugleich aus.
An einem heißen Tag die Hände ins kühle Wasser halten und sich erfrischen … die Seele spazieren gehen lassen und staunen, wohin sie geführt wird. Der Kopf wird erst leer und lässt sich bald mit neuen Gedanken füllen.

Der Dichter Conrad Ferdinand Meyer hat in dem Brunnen etwas gefunden, was tiefer reicht als das vordergründige Wasserspiel.

Auf steigt der Strahl, und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

Eigentlich wird hier ein Sinnbild des Lebens beschrieben: Da ist eine Quelle, aus der es überreich sprudelt. Sie füllt eine Brunnenschale und damit wird die bald selbst zum Spender. Sie wird immer neu gespeist und damit selbst aus der Empfangenden eine Gebende.

Jesus Christus spricht: Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Joh 7,38

Gebet

Herr, unser Gott!
Wir haben das Leben empfangen ohne unser Zutun.
Wir können es weiter geben, das macht uns ehrfürchtig und glücklich.
Wir spüren, dass wir Anteil an einer Kraft haben, die nicht aus uns selbst heraus kommt,
die unser Vermögen weit übersteigt.
Heute bitten wir Dich: Lass uns die Fülle Deiner Liebe annehmen.
Lass uns die Gaben Deiner Schöpfung annehmen, schützen und fördern.
Du weißt, dass wir im Alltag oft keine Zeit oder keine Ruhe,
kein Vertrauen oder kein Gespür für Deine Gegenwart hatten.
Vergib uns unsere Schuld.
Hol uns wieder hinein in Deine Nähe.
Herr, erbarme Dich.

Lied EG 690,1+2.7 Auf, Seele, Gott zu loben

1. Auf, Seele, Gott zu loben.
Gar herrlich steht sein Haus!
Er spannt den Himmel droben
gleich einem Teppich aus.
Er fährt auf Wolkenwagen,
und Flammen sind sein Kleid.
Windfittiche ihn tragen,
zu Diensten ihm bereit.

2. Gott hat das Licht entzündet,
er schuf des Himmels Heer.
Das Erdreich ward gegründet,
gesondert Berg und Meer.
Die kühlen Brunnen quellen
im jauchzend grünen Grund,
die klaren Wasser schnellen
aus Schlucht und Bergesgrund.

7. Lass dir das Lied gefallen.
Mein Herz in Freuden steht.
Dein Loblied soll erschallen,
solang mein Odem geht.
Du tilgst des Sünders Fehle
und bist mit Gnade nah.
Lob Gott, o meine Seele,
sing ihm Halleluja.

Vorspiel: Sigurd Knopp
Text: Martha Müller-Zitzke 1947 nach Psalm 104
Melodie und Satz: Johann Steurlein 1575

Schriftlesung Joh 7,37-39

Gedanken zum Text

Lied EG 324,1+2.12+13 Ich singe dir mit Herz und Mund

1. Ich singe dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust;
ich sing und mach auf Erden kund,
was mir von dir bewusst.

2. Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad
und ewge Quelle bist,
daraus uns allen früh und spat
viel Heil und Gutes fließt.

12. Du füllst des Lebens Mangel aus
mit dem, was ewig steht,
und führst uns in des Himmels Haus,
wenn uns die Erd entgeht.

13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring
und habe guten Mut!
Dein Gott, der Ursprung aller Ding,
ist selbst und bleibt dein Gut.

Michael Grill (*1955)
Text: Paul Gerhardt 1653
Melodie: Johann Crüger

Fürbitten und Vaterunser

Herr, unser Gott!
Wir wollen gar nicht mit allen Wassern gewaschen sein.
Aber in dem Wasser der Taufe hast Du uns rein gewaschen,
die Schuld vergeben, Antrieb und Nahrung zum Leben geschenkt.
Daran wollen wir uns erinnern und darum bitten:
Lass auch von uns dieses lebendige Wasser, diese Kraft des Heiligen Geistes ausströmen.
In dem Wasser der Taufe hast Du für uns und alle Christen ein Zeichen gesetzt:
Du willst für uns Quelle des Lebens sein.
Du schenkst uns Deinen Segen.
Lass uns den auch spüren und erfahren, ein Leben lang.
Schenke uns immer wieder neu ein, was wir zum Leben brauchen.
Wir bitten für alle, die sich ausgelaugt und leer fühlen:
Lass sie verstehen, dass nur der geben kann, der auch annehmen geschehen lassen kann.
Wir bitten für die, die ständig Angst haben zu kurz zu kommen:
Lass sie Vertrauen fassen, damit sie entdecken:
Deine Liebe ist unerschöpflich – darum lass all unsere Befürchtungen einfach
fortschwimmen in der Fülle Deiner Gnade.
Amen

Vaterunser

Musik zum Ausgang

Johann Christoph Oley (1738-1789):
Choralbearbeitung über “Warum sollt ich mich denn grämen”

Die Kollekte, die am Ende der Gottesdienste gesammelt wird, ist dafür bestimmt, Not außerhalb unserer Gemeinde zu lindern. Dadurch, dass in der Corona-Zeit auf alle Treffen verzichtet werden muss, entsteht den Hilfsorganisationen ein großer Verlust. In Zeiten der Corona-Pandemie ist die Kollekte auch online möglich.